Resilienz

Resiliente Menschen können mit Druck oder Belastungen so umgehen, dass sie nach Krisensituationen wieder in ihre ursprüngliche positive Einstellung zurück finden. Sie verfügen über ein Gefühl der inneren Stärke und Selbstbewusstsein. Sie lernen aus ihren Umgang mit vergangenen Krisen.

Resilienz steht im Allgemeinen für die Toleranz eines Systems gegenüber Störungen. 

Ob wir ein Geschehen als eine Krise einstufen oder nicht, hängt davon ab, wie wir die Situation beurteilen und welche Erwartungen wir an das Leben, die Arbeit und die Gesellschaft haben. 

Es ist erwiesen, dass Menschen widerstandsfähiger sind, wenn sie eine optimistische Grundhaltung gegenüber Veränderungen besitzen und auf ihre Fähigkeiten und Talente vertrauen, die Rahmenbedingungen realistisch einschätzen können und ihre objektiven Leistungsgrenzen akzeptieren. Weiters sprechen sie die Probleme offen an und können lösungsorientiert vorgehen, ein gutes Stressmanagement etablieren und sind bereit Selbstverantwortung zu übernehmen und auch Eigeninitiative zu ergreifen. Trotzdem sind können sie bei Überforderung Hilfe von anderen annehmen und pflegen ihre Beziehungen und Netzwerke. Eine positive Zukunftsgestaltung mit eigenen Visionen, Werten, Sinnhaftigkeit und Zielen sowie Improvisationsvermögen unterstützen ebenfalls den resilienten Menschen. 

ES SIND NICHT DIE DINGE, DIE UNS BEUNRUHIGEN, 

SONDERN UNSERE MEINUNG ÜBER DIE DINGE.

(Epiktet) 


Bei Entscheidungen in Krisensituationen sollte man sich immer die Frage stellen, ob man so weiter machen möchte wie bisher oder eine Veränderung anstrebt, etwas völlig Neues wagt, ein Risiko eingeht und vor allem auch seine Komfortzone verlässt. Dies erfordert eine gewisse Flexibilität und zugleich Stabilität und Standhaftigkeit, die Menschen im Umgang mit Krisen, Problemen und Belastungen helfen können. 

Forschungen des Neurophysiologen Stephen Porges zeigen, dass auch das Kommunikationsverhalten einen großen Einfluss auf die Förderung von Resilienz hat. Aufgrund der Neurozeption (unbewusst stattfindende Wahrnehmungsprozesse für Gefahr und Sicherheit), kann der Körper schnell und unmittelbar auf Gefahrensituationen reagieren. 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass folgende acht Faktoren für eine gute Resilienz in Krisensituationen ausschlaggebend sind: Optimismus, Akzeptanz, Lösungsorientierung, Selbstregulation, Selbstverantwortung, Beziehungen/Netzwerk, Zukunftsgestaltung und Improvisationsvermögen. 

All diese Faktoren können von uns beeinflusst werden, wenn wir an ihnen arbeiten. Der wichtigste Schlüssel zu mehr Resilienz in seinem Leben ist vor allem die Übernahme von Selbstverantwortung und Eigeninitiative. Verantwortung übernehmen bedeutet in Gedanken, Taten und Gewohnheiten in jedem Augenblick seines Lebens sein Bestes zu geben. 

Mit Mentaltraining kann man sein Leben aktiv gestalten, es hilft die negative „Schwungmasse“ (d.h. negative Gedanken, Worte und Taten) zu bremsen und in eine positive Richtung zu lenken. Im Mentaltraining holt man sich dort ab, wo man gerade steht, reflektiert sich selbst und kann so sein Bewusstsein ausrichten. Jemand der das Gefühl hat, seine Situation unter Kontrolle zu haben, ist belastbarer in Krisen und empfindet diese als weniger bedrohlich und kann dadurch wiederum die entsprechende Selbstverantwortung übernehmen, sein Improvisationsvermögen und seine Fähigkeiten ausschöpfen und so lösungsorientierter und optimistischer denken und handeln. Damit wird somit die Selbstwirksamkeit (d.h. das Gefühl etwas bewegen zu können) unterstützt und gestärkt. 

Mentaltraining ist auch Resilienztraining!

(Gabriele Vonwald) 


Erstellt: 16.02.2022

Copyright: Silvia Prinz